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Tach zusammen. Das wollte ich Euch schon lange mal erzählen:

Vor zwei Jahren stand er auf einmal einfach vor dem Tor unserer Freilauffläche. Frank ging zur Schleuse und ich lief natürlich hinterher. Draußen stand eine Frau mit ihrem Hund. Sie wirkte etwas unsicher, wie die meisten, die zum ersten Mal kommen. Der Hund war mittelgroß, sehr kurzhaarig, dunkel gestromt und wie ich riechen konnte, ein kastrierter Rüde.

„Guten Tag“, sagte Frank, „was haben Sie denn da für einen Hund?“ „Das ist Balou, - ein Spitz – Mix“, sagte die Frau. Ich hatte Frank bis zu diesem Zeitpunkt unseres Zusammenlebens noch nie so breit grinsen sehen. „Da ist so einiges drin“, meinte Frank, „aber ganz bestimmt kein Spitz!“ Die Frau griff in ihre Tasche, holte den Impfpaß von Balou heraus, schlug in auf und zeigte ihn Frank. Da stand es schwarz auf weiß. Name: Balou. Rasse: Spitz-Mix. „Da haben Sie aber einen sehr netten Tierarzt“, sagte Frank. Ich verstand nur Bahnhof. Was sollte das ganze Diskutieren. Da stand ein offensichtlich netter Hund mit seinem offensichtlich netten Frauchen. Wo war hier das Problem? „Balou hat aber mit Sicherheit einen Staffordshire Terrier in seiner Verwandschaft“, meinte Frank. - Ich ahnte das Problem.

Ich muß da mal was erklären, liebe Leute. Uns Hunden ist es vollkommen egal, was für Gene in einem Artgenossen stecken, solange wir mit ihm zu Recht kommen. In meinem Fall: er beachtet einige Regeln, - meine Regeln. 1. Die Wiese gehört mir. 2. Wenn wer irgendwen besteigt, dann bin ich das. 3. Wer mich anknurrt und auf mein Gegenknurren nicht unterwürfig reagiert, hat ein Problem. Drei Regeln, kann sich doch wohl jeder merken, wenn ich es ihm einmal nett erklärt habe, oder. So einfach ist das. - Die Menschen sind da viel, viel komplizierter. Da ist irgendwann mal das Gerücht aufgekommen, bestimmte Rassen seien prinzipiell gefährlicher, als andere. Nachdem das dann lange genug immer wieder in der Presse behauptet worden war, gab es auf einmal ein Landeshundegesetz, in dem es eine Liste gibt, auf der die Rassen aufgelistet sind, die angeblich gefährlicher sind. Da kann ich nur sagen: liebe Politiker, schaut Euch mal die Beißstatistiken an. Na, wer steht da an erster Stelle? – Siehste! - Meine Kollegen aus Deutschland.

Aber zurück zu Balou. Wir sind inzwischen ganz, ganz dicke Freunde und sehen uns jeden Tag. Bin ich froh, daß es ihn gibt! Ich hab nun auch seine Familiengeschichte erfahren. Seine Mutter ist wirklich eine Spitzhündin. Und, wie soll ich sagen, irgendwann wollte die mal nen richtigen Kerl haben, das war dann ein Staffordshire Terrierrüde. Eigentlich dürfte es Balou gar nicht geben, denn eigentlich müssen die Listenhunde alle kastriert sein. Gut, daß das offensichtlich nicht immer klappt, sonst gäb es meinen Freund nicht.

In dem Sinne, liebe Leute, bis demnächst,

Euer Jacques

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