• Simple Item 9
  • Simple Item 3
  • Simple Item 6
  • Simple Item 2
  • Simple Item 7
  • Simple Item 1
  • Simple Item 8
  • Simple Item 5
  • Simple Item 4
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Tach zusammen,

über unsere Bedeutung habe ich ja schon früher mal den ein oder anderen Satz verloren. Aber findet Ihr es nicht auch erstaunlich, liebe Leute, dass wir das einzige Haustier sind, für das es ein eigenes Gesetz gibt, das Landeshundegesetz?

Darf man sich doch mal fragen, oder?

Ich muß da mal ein bißchen ausholen!

Solange es uns Hunde gibt, und das ist ja schon ne` ganze Weile, hat es immer wieder mal Situationen gegeben, in denen wir unsere Zähne benutzen mussten. Also, jetzt nicht zum Fressen, sondern zum Beißen.

Wir Hunde hatten ja früher fast alle mal einen Job. Wir haben Haus und Hof und unsere Menschen bewacht und beschützt, wir haben Rinder- und Schafsherden gehütet und beschützt oder sie zum Schlachter getrieben, wir waren bei der Jagd gefragte Helfer und Begleiter.

Ihr Menschen habt dafür gesorgt, dass sich immer nur die von uns fortpflanzen durften, die etwas Bestimmtes besonders gut konnten, also Hüten, Aufpassen oder Jagen.

Heute haben noch ungefähr 1% von uns Hunden einen vernünftigen Job, aber die Kriterien, nach denen wir uns fortpflanzen dürfen, haben sich keinen Deut geändert, abgesehen davon, dass die Schönheit noch dazu gekommen ist.

Ihr Menschen nennt das Gebrauchstüchtigkeit: wir sollen so wie früher sein, haben aber nicht mehr den Job, in dem wir unsere Fähigkeiten ausleben können und dürfen. Wir leben jetzt als sogenannte Familienhunde.

Ihr gebt zum Teil ein Schweinegeld aus, um uns Hunden Eigenschaften abzutrainieren oder wenigstens beherrschbar zu machen, die Ihr uns erst angezüchtet habt, aber eigentlich gar nicht mehr gebrauchen könnt.

Ihr habt sogar zum Teil große Angst vor diesen Fähigkeiten.

Wo ist denn da bitte die Sinngebung?

Entschuldigt bitte, ich mag Euch ja wirklich gut leiden, aber an dieser Stelle seid Ihr Menschen  ein kleines bißchen bescheuert, Ihr schadet Euch doch selber!

Aber zurück zum Thema, ich schweife ab.

Das mit dem Jagen findet Ihr nicht so toll, aber zur Not bleiben wir dann eben an der Leine oder Ihr belegt eine Seminar, wo Ihr das Supersignal lernt...... selten so gelacht, aber glaubt ruhig daran.

Nur das mit dem Beißen, da kommen die meisten von Euch überhaupt nicht mit zurecht.

Seit 15 Jahren wird in jeder Stadt genau aufgeschrieben, wer wen gebissen hat.

Da kommt dann eine sogenannte Beißstatistik bei raus, die beweisen soll, dass manche von uns öfter beißen als andere und somit gefährlicher sind.

Zum Beispiel mein Freund, der Spitzmix. Der ist nach Meinung der Politik gefährlicher als ich. Weil das, was bei ihm .....mix ist, steht auf einer Liste, auf der die Hunderassen und ihre Mischlinge aufgeschrieben sind, bei denen man vermutet, - ja,ja, ihr habt richtig gelesen, diese Liste begründet sich auf der Vermutung - dass sie besonders gefährlich sind.

Tja, liebe Leute, das Dumme an Statistiken ist ja, dass Du mit ihnen alles beweisen kannst. Du mußt die Zahlen nur so drehen und wenden, dass am Ende das herauskommt, was Du gerne als Realität verkaufen möchtest.

So ist das hier auch.

Da gibt es pro Jahr in NRW ungefähr 1.000 Beißvorfälle von großen Hunderassen und ihren Mischlingen, Hunderassen, die auf keiner Liste stehen.

Im selben Jahr gibt es 300 Beißvorfälle von den Hunderassen, die gelistet sind.

Um zu beweisen, dass die 300 gefährlicher sind, als die 1.000, muß man nun noch berücksichtigen, dass es von den Hunderassen, die 1.000 mal gebissen haben, viel mehr gibt, als von den Hunderassen, die 300 mal gebissen haben. Das nennt sich dann Berücksichtigung der Populationsgröße.

Habt Ihr das bis hierhin verstanden, liebe Leute?

Wenn man dies berücksichtigt hat, kommt heraus, dass die Hunderassen auf der Liste ein ganz kleines bißchen öfter zugebissen haben, als die anderen.

Der seriöse Statistiker würde sagen, den kleinen Unterschied kann man vernachlässigen.

Der Politiker sagt, der kleine Unterschied bestätigt unsere Vermutung.

Die politisch logische Konsequenz daraus lautet: die 1.000 Beißvorfälle müssen uns nicht näher interessieren, die 300 schon.

Verstanden?

Und bevor ich das vergesse, Ihr Lieben, durch Zuchtverbote und eine horrende Strafbesteuerung sind ja die gelisteten Hunderassen fast ausgerottet.

Nur komischerweise sind die Zahlen der Beißvorfälle unverändert geblieben.

Tja, liebe Leute, versteht Ihr das?  Ich versteh das nicht.

Ich bin ja nicht so der Verschwörungstheoretiker, liebe Leute, sondern mehr der Praktiker. Wir Hunde diskutieren eigentlich eher weniger, wir handeln lieber.

Es könnte aber sein, dass die 1.000 Beißvorfälle bitte nicht näher untersucht werden sollen, weil an ihnen hauptamtlich meine Kollegen aus Deutschland beteiligt sind.

Und die beißen ja außer Konkurrenz und stehen unter Denkmalschutz.

Ich beiß jetzt erst mal in meinen leckeren Kauknochen.

Bis die Tage,

Euer Jacques


© 2016 Hund & Partner  |  Alle Rechte vorbehalten